Wir sind wieder da.
Von Donnerstag bis Samstag war ich mit einem Kollegen in Berlin. Dank Firmenwagen ist das mit dem Sprit kein Problem gewesen. Am ersten Abend haben wir uns mal die üblichen Punkte angeschaut. Ich kannte die zwar schon alle, ist aber trotzdem immer wieder schoen da vorbeizulaufen. Vor allem ist es ja auch schon fast Jahre her, dass ich das letzte Mal in Berlin war und da hat sich schon einiges verändert. Wieder im Hostel haben wir uns noch ein bischen in die Bar gesetzt und ein paar 10-Klässlern beim Karaoke zugehört. Das war dann streckenweisse recht spassig. Und dann in die Kojen.
Ralf hat viele Bilder gemacht. Die werde ich dann – wenn ich sie auch habe - auch online stellen.
Am zweiten Tag morgens waren wir nochmal in der Stadt und haben uns ein bischen was angeschaut. Und mittags ging es dann zu dem eigentlichen Grund unseres Besuches. Das Objekt 17/5001. Davon war ja schon recht viel in den Medien. Ein wenig Doku darüber gibt es schon auf der offiziellen Homepage. Deswegen spare ich mir hier auch die technischen Details.
Natürlich haben wir nicht die Standard-Tour gemacht, sondern die Tough-Guy-Tour. Oder, die der Guide dann gleich richtig anmerkte: “Die our für die Verrückten”. Also statt 2h in den normalen Bereichen rumzulaufen ging es bei den TGs darum nochmal 2h in den eher unzugänglichen Bereichen rumzuklettern.
Also auch gerne mal durch enge Luken und Leitern hoch. Und wer mal eine Eisenleiter ohne sicherung senkrecht hoch ist, und das 14m hat schon so ne Ahnung, dass das anstrengend ist. Vor allem, wenn man meine Figur hat ;) Die war auch der Grund, dass ich nicht an alle Stellen konnte. Wenn die Röhren waagerecht waren, war das meistens möglich. Aber wenn die senkrecht waren und dann neben mir noch eine Leiter durchpassen musste ging das leider nicht mehr. So hab ich den Massenkühler, einen Lufschacht und die Drainage nicht gesehen. Aber gut, es war dennoch ein tolles Erlebnis. Riesige, frei schwebende, Tragwerke welche dafür ausgelegt sind, dass sich der Bunker im Bruchteil einer Sekunde um 30cm zur Seite bewegt. Zum Beispiel bei der Explosion einer 1-Megatonnen-Atombombe in der Nähe (700m oder weiter weg wären wohl ok). Mal zur Einordnung: Little Boy (Hiroshima) hatte 13 Kilotonnen und Fat Man (Nagasaki) hatte 21 Kilotonnen. Allerdings gab es ja 1961 schon die Zar mit 57 MT. Allerdings liegen und lagen die meisten “gebräuchlichen” Grössen bei <1MT. Das passt dann also schon.
Toll sind vor allem die Details. Bei so einer Explosion wird es ja kuschelig warm. So etwa 1800°C. Und Stahl schmilzt bei 1400- 1500°C. Also würden die Türen mit dem Rahmen verschweisst werden. Deswegen hat man Alu-Platten auf die Berührflächen gebracht. Das Verdampft dann bei den Temperaturen so schnell, dass eine oxidationsschicht entsteht, welche das verschweissen verhindert. Klasse :) Und dann muss man ja die Temperatur unten halten (weil so ein Robotron-Rechner und ein paar Diesel-Generator und 400 Leute machen schon gut warm) und die Luft filtern und auch mal 14 Tage komplett autark leben können und, und, und..
Unglaublich viele Details die man bei so einem Bunker beachten muss. Jedenfalls waren wir statt4h dann 5h da unten unterwegs. Und ich war dann auch relativ fertig. Ralf auch, weil der wirklich in jedes Loch geklettert ist ;) Gut, der passt in mich auch 2mal rein ;) Abends sind wir dann nur noch ne Kleinigkeit essen und ein Absacker-Bierchen oder zwei und dann in die Heia.
Gestern morgen waren wir dann an den Resten der Mauer. Und am Flughafen Tempelhof. Dummerweise haben die da keinen Aussichtspunkt offen gehab so dass ich leider das Flugfeld und die Tribünen nicht richtig sehen konnte. Einen Hauch konnte man aus einem Fenster im 6ten Stock erhaschen aber so richtig hat man das nicht gesehen. Das war recht schade.
Dann ging es wieder nach Hause. Noch Kaffee trinken, Bilder gucken und Einkaufen. Das wars dann.
Jetzt schau ich mal, ob die deutschen Volleyballdamen auch den dritten Satz gegen die Französinnen gewinnen. Daumen drücken.