Medienwahrnehmung

Heute beim Mittagessen kam das Gespräch mal wieder auf elektronische Medien und ihre Nutzung. Vor allem ging es darum, ob man denn Instant Messaging haben will oder nicht. Vor allem amArbeitsplatz.

Ich bin ja eher der Typ, der nicht so wahnsinnig gerne telefoniert. Wer mich kennt weiss das. Aber wenn ich mich per icq, jabber oder auch mal seltener im IRC mit jemandem unterhalte ist das was komplett anderes. Da hab ich aber auch ein paar Sekunden Bedenkzeit und ich kann die Aussagen per emoticon taggen. Da muss dann niemand etwas rein interpretieren. Wenn ich müde bin kommt die Reaktion am Telefon eventuell nicht wie vom Gegenüber erwartet. Aber ein ;) bleibt ungeachtet meiner Stimmung gleich. Einfacher. Imho.

Ein anderes Problem war jedoch auch, dass der Unterschied zwischen IM und Chat mal gar nicht so klar ist wie mir scheint. Ohne Wertung kann man feststellen, dass es zwischen den Leuten am Tisch eine ziemlich unterschiedliche Nutzung der Kommunikationsmittel gibt. War auch mal spannend.

Unter anderem wurde mir wieder mal klar gemacht, dass das blog hier – wie vermutlich das meiste was ich so ins Netz puste – auch in der Firma wahrgenommen wird. Selbstverständlich weiss man das prinzipiell aber wenn man dann IRL drauf angesprochen wird ist das schon was anderes. Realitätsabgleich, sozusagen.

Wenn ich das hier so runterschreibe fällt mir mal wieder auf wie schön es eigentlich ist mal wieder längere Texte zu verfassen und sich nicht selbst auf 140 Zeichen zu beschränken.

Twitter ist natürlich schnell und man kann auch den ganzen unspannenden Mist reinpusten für den das Blog einfach zu schade ist. Der Hauptgrund warum ich das mache ist eher, dass ich Leute auf dem laufenden halten will.

Somit dachte ich: Da ist zwitschern ideal, da die geliebte Zielgruppe alles mitbekommt was ich so treibe. Allerdings hat das ganze einen Nachteil. Die Leutchen sind keine digital natives und kommen dem stream nicht mehr hinterher. 10 Tweets pro Tag (avg) sind ja nicht so viel (imho) aber wenn man da nicht alle paar Stunden minimal reinschaut sondern nur alle paar Tage wird das schon mehr. IMO wäre das ja auch zu machen aber scheinbar ist da wieder der Unterschied zwischen non-geeks und “uns”. Ich bin ja ernsthaft froh, dass mein Mobiltelefon auch Web, Twitter, Multiprotokoll-IM und Mail kann. Für den Notfall. ;)

Wobei auch klar ist, dass das mit der Medienwahrnehmung keine Altersgeschichte ist, sondern eher eine Frage des Alltags.

Ich versuche jedenfalls in der neuen Wohnung das Telefon abzuschaffen. VoIP wird es noch geben, damit Mama Sonntags anrufen lann wenn sie mag aber das war es auch schon. Ansonsten geb ich seit längerem nur meine Handynummer raus weil ich nicht verlässlich zu Hause erreichbar bin. Und wenn ich meine Ruhe haben will kann ich das ja ausschalten oder – was ich gerne mal tue – ignorieren.

Ui. Das war mal wieder viel. Das muss dann für heute mal reichen.

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